Multitouch Tisch Preis – mit welchen Kosten ist zu rechnen?

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Multitouch-Tische werden auf Messen und Events immer beliebter, um das eigene Unternehmen und seine Produkte innovativ sowie interaktiv zu präsentieren. Auch Agenturen möchten ihren Kunden heute digitale Lösungen anbieten und neue Wege in der Kommunikation gehen. Zunächst möchten sich Unternehmen und Agenturen natürlich einen ersten Überblick über den Markt der Multitouch-Tische und das Preisniveau verschaffen, also wie viel Budget sie für eine solche Anschaffung in etwa einplanen müssen.

Online-Recherche offenbart immense Preisspanne

Bei der Google-Recherche stellt der Interessent schnell fest: Es ist nicht einfach, sich einen Marktüberblick zu verschaffen – schon gar nicht, was einen ungefähren Preis angeht. Zum einen ist der Markt unübersichtlich und Preise für Multitouch-Tische werden kaum online veröffentlicht. Es müssen also sämtliche Anbieter einzeln angefragt werden. Zum anderen gibt es eine endlose Vielzahl an unterschiedlichen Technologien und Konfigurationen. Die Preisspanne für die Hardware ist extrem groß und liegt ohne weitere Einschränkung zunächst scheinbar zwischen 1.000 Euro und 30.000 Euro! Da das selbst für eine grobe Budgetplanung wenig hilfreich ist, führt kein Weg daran vorbei, sich erst einmal selbst einige grundlegende Fragen zu den Anforderungen im eigenen Unternehmen zu beantworten, um den Markt dann auf bestimmte Kriterien fokussiert zu durchsuchen.

Multitouch Tisch Preis

Der Vergleich zu der Anschaffung eines Autos ist hier ganz passend. Wenn ich noch keine Vorstellungen habe und den Verkäufe lediglich frage, „Was kostet ein Auto?“, wird er zunächst keine hilfreiche Auskunft geben können, sondern zunächst einige grundlegenden Fragen stellen: „Suchen Sie einen Zweisitzer oder Viersitzer?“, „Wollen Sie damit schnell fahren oder sind Sie eher gemütlich unterwegs?“, „Suchen Sie etwas außergewöhnliches oder reicht es Ihnen, damit von A nach B zu kommen?“ usw.

Diese 6 Kriterien bestimmen den Preis

Um das notwendige Budget für einen Multitouch-Tisch besser eingrenzen zu können, helfen die folgenden preisentscheidenden Aspekte gut weiter:

1. Größe des Mutlitouch-Screens: Grundsätzlich gilt „je größer, desto teurer“. Ein 43-Zoll Screen, an dem ein bis zwei Benutzer gleichzeitig arbeiten können, ist natürlich günstiger, als ein 65-Zoll Screen, für vier und mehr Benutzer. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis (bezogen auf Zoll-Größe und Pixeldichte) bieten heute in der Regel 55-Zoll Screens. Die billigsten Screens produziert derzeit das japanische Unternehmen Iiyama – hier startet ein einfacher iiyama „ProLite Projected Capacitive“ 55-Zoll Screen bereits bei 2.000 Euro (netto).

2. Auflösung des Screens: Hier könnte man ausführlich über Pixeldichte und typischen Betrachtungsabstand bei Multitouch-Tischen referieren. Wir machen es kurz: Full-HD Bildschirme mit nur 1920 × 1080 Pixeln sind nicht mehr zeitgemäß. Der Benutzer sieht schlichtweg die einzelnen Pixel und somit ist die Darstellung ist alles andere als ansprechend. Man sollte den Fokus unbedingt auf Modelle mit Ultra-HD Auflösung (3840 x 2160 Pixel) legen.

3. Anzahl der Touchpunkte: Ein wesentliches Qualitätskriterium von Multitouch-Tischen ist die Anzahl der parallel auf der Oberfläche erkannten Touchpunkte. Modelle mit besonders günstigen Sensoren (wie z.B. von Iiyama) erkennen etwa 10 bis 20 Touchpunkte gleichzeitig. Das kann für eine einfache Anwendung auf einem relativ kleinen Screen ausreichend sein. Für vier Paar Hände oder gar kapazitive Objekterkennung mit Markern ist das bei weitem nicht ausreichend. Hochwertige Sensoren, beispielsweise von 3M, erkennen zwischen 40 und 80 Touchpunkte.

4. Integrierter PC: Genau wie man es vom privaten PC bzw. Laptop kennt, geht es auch bei Multitouch-Tischen um Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Es gibt wohl nichts schlimmeres, als einen Tisch, der „ruckelt“ oder ab und zu „abstürzt“. Hier darf also in keinem Fall gespart werden. Der PC sollte mindestens über einen i5 Prozessor mit ausreichend RAM, SSD-Festplatte und dedizierter Grafikkarte verfügen. Vorsicht ist insbesondere bei Mini-PCs geboten, die direkt in den Screen integriert sind und diese Anforderungen in aller Regel nicht erfüllen!

5. Tisch-Korpus/-Gestell: Erst der Korpus, bzw. das Gestell macht einem nackten Multitouch-Screen zu einem Multitouch-Tisch. In ihn sind der Screen und der PC integriert. Hier geht es um optische, aber auch um praktische Gesichtspunkte, die gegeneinander abgewogen werden müssen: Wie außergewöhnlich und „schön“ soll der Korpus aussehen und wie mobil/flexibel muss er gleichzeitig sein? Was er in jedem Fall sein muss ist: stabil, langlebig, brandgeschützt, ohne sichtbare Verkabelung. Dennoch ist ein ansprechendes Design und das Erscheinungsbild nicht zu unterschätzen – schließlich sollen sich viele Benutzer angezogen fühlen. Der Preis dieser Komponente ist in erster Linie vom Material abhängig, wobei auf dem Markt häufig Metall, MDF und Corian zu finden sind.

6. Individualisierung und Service: Es gibt sowohl günstige Multitouch-Tische „von der Stange“, als auch teurere Modelle mit individualisierter Konfiguration. Variabel können z.B. die Farbe und Bedruckung des Korpus sein oder eine spezielle Konfiguration des PC. Unterschiedliche Technologien zur Objekterkennung (kapazitiv, optisch, RFID etc.) können ebenfalls Anwendung finden, um dem Benutzer neben der Eingabe mit den Händen weitere Interaktionsmöglichkeiten zu bieten. Abschließend ist noch der Service zu nennen. Also reicht es mir, die Hardware vom Paketdienst zu erhalten und selbst zusammen zu bauen oder möchte ich eine Installation und Einweisung bei mir vor Ort.

(Hinweis: Es existieren neben den genannten viele weitere Faktoren, die für den Preis der Hardware relevant sind, wie Beispielsweise Kontrast und Leuchtstärke des Screens, Qualität der Glasoberfläche usw. Zu Beginn der Recherche ist eine Fokussierung jedoch hilfreich.)

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Nach der Abwägung zu den preisentscheidenden Aspekten ist die Preisspanne deutlich kleiner und man kann nach Durchsicht der Angebote sagen: Für einen professionellen Multitouch-Tisch zum Einsatz im Messe- oder Unternehmenskontext liegt der Preis zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro (netto). Diese Hardware ist für einen 24/7-Betrieb ausgerichtet und es sind keine bösen Überraschungen zu erwarten. Multitouch-Tische über diesem Preis sind in aller Regel individuelle Sonderanfertigung. Preiswerte Versionen sind wirklich nur für semiprofessionelle Anwendungen mit erwartbar geringer Nutzerfrequenz sinnvoll. Dieser Preis inkludiert übrigens noch keine Software! Die passende Multitouch-Software zu finden, bedarf daher einer weiteren Recherche.

Vorsicht sollte man übrigens bei einigen Angeboten auf der chinesischen Handelsplattform alibaba.com walten lassen, auf der unter der Beschreibung „Finden Sie Hohe Qualität“ Multitouch-Tische für 1.000 Euro angeboten werden! Hier sind billigste Full-HD Screens verbaut, die angeblich durch „Interpolation“ eine „4 karat Auflösung“ erreichen. Das ist natürlich Quatsch. Die Touch-Erkennung arbeitet bei diesen Modellen mit einer seit zehn Jahren veralteten Infrarot (IR) Technologie und insgesamt scheint die Hardware aus der Zeit gefallen. Unternehmen, die sich mit einem solchen Multitouch-Tisch auf eine Messe stellen, werden sicherlich keinen nachhaltig professionellen Eindruck hinterlassen.

Fazit

Ähnlich wie beim Autokauf, sollte man zunächst die eigenen Anforderungen möglichst genau definieren und sich bewusst machen, dass die Kaufentscheidung eine wichtige Investition in die Zukunft darstellt. Eine gute Beratung und Zeit bei der Entscheidungsfindung sind hier sicherlich nicht von Nachteil. Hauptsache, man fällt nicht auf einen windigen Gebrauchtwagenhändler herein, der einen unglaublich günstigen Preis anbietet.

Infografik: Multitouch Tisch Preis

Multitouch Tisch Preis