AI Solutions Room
KI wird zum räumlichen Erlebnis
Im Solutions Room im Ars Electronica Center in Linz können Besucherinnen und Besucher mit einer Ausstellung sprechen. Ein KI-Agent beantwortet ihre Fragen, zeigt passende Projektbilder und Videos und reagiert durch Sprache, Licht und die Bewegung eines Roboterarms. So entsteht ein persönlicher Zugang zu den Projekten, dem Team und der Arbeitsweise von Ars Electronica Solutions.
Garamantis war von der Konzeptentwicklung bis zur Realisierung am gesamten Ausstellungsbereich beteiligt. Für alle Stationen konzipierte und entwickelte Garamantis die Frontend-Anwendungen sowie Teile der Software und KI-Schnittstellen. Das Garamantis CMS verbindet die Projektinformationen mit den interaktiven Anwendungen und dient als Wissensbasis der Agenten.
Weltweite Projekte im persönlichen Dialog entdecken
Ars Electronica Solutions entwickelt und realisiert Installationen für Unternehmen und Institutionen weltweit. Der Solutions Room macht diese Arbeit im Ars Electronica Center erlebbar: Wie entstehen interaktive Erlebnisräume? Welche Menschen und Technologien stecken dahinter? Und wie werden die Installationen nach ihrer Eröffnung betreut und gewartet?
Die Besucher erschließen sich diese Themen im Gespräch und durch unterschiedliche Formen der Interaktion. Sie stellen Fragen, bewegen Rechenkugeln, nehmen einen klingelnden Telefonhörer ab oder lassen eine eigene Zeichnung von einer KI interpretieren. Jede Station eröffnet eine andere Perspektive auf das Zusammenspiel von Inhalt, Gestaltung und Technologie.
The Agent: ein Gespräch, auf das der ganze Raum reagiert
Das Herzstück des Solutions Room ist eine große, raumgreifende Projektionswand mit haptisch gestalteten Oberflächen. In ihrem Zentrum befindet sich ein KUKA-Roboterarm mit einem Bildschirm. Ein zusätzlich dargestellter digitaler Roboterarm begrüßt herantretende Besucher und lenkt ihre Aufmerksamkeit zur Wand.
An einem vorgelagerten Pult können sie über ein Mikrofon auf Deutsch oder Englisch mit dem KI-Agenten sprechen. Ein Bildschirm am Pult zeigt den bisherigen Gesprächsverlauf. Die Fragen bestimmen, welche Projekte, Teammitglieder oder Arbeitsweisen sie näher kennenlernen.
Die Antwort entfaltet sich über mehrere Medien: Der Agent spricht, der Bildschirm reagiert, Licht setzt Akzente und der Roboterarm bewegt sich. Gleichzeitig erscheinen passende Medieninhalte als Projection Mapping auf der großen Wand. Geht es um ein bestimmtes Projekt, können beispielsweise Videos und Projektbilder das Gespräch ergänzen. Bei Fragen zum Team werden Porträts der entsprechenden Personen eingebunden.
Damit wird der Agent zu einem räumlich präsenten Gegenüber. Sprache, Bewegung und visuelle Inhalte greifen ineinander und machen aus der Suche nach Informationen eine multimediale Begegnung.
Schnelle Antworten trotz großer Wissensbasis
Für die sprachbasierte Interaktion hat Garamantis eine Pipeline aus verschiedenen KI-Modellen entwickelt. Die Spracherkennung wandelt die gesprochenen Fragen in Text um, während die Sprachsynthese die Antworten hörbar macht. In weiteren Verarbeitungsschritten wird das Projektwissen erschlossen und ergänzende Inhalte werden ausgewählt.
Eine besondere Anforderung war die geringe Verzögerung im Gespräch. Der Agent reagiert sehr schnell, während parallel im Hintergrund Informationen gesammelt und aufbereitet werden. Diese Abstimmung unterstützt einen flüssigen Austausch und verbindet die unmittelbare Reaktion mit der Verarbeitung umfangreicher Inhalte.
Als Wissensbasis dient das Garamantis CMS mit Informationen zu sämtlichen Projekten. Über Schnittstellen zu externen Anbietern und zur internen Software werden Projektwissen, Sprachverarbeitung, Medienauswahl und die Anwendungen im Raum miteinander verbunden. Inhalte lassen sich jederzeit über das CMS aktualisieren.
Aktuell nutzt das System öffentliche APIs. Die Infrastruktur ist zugleich so angelegt, dass grundsätzlich auch ein Betrieb mit lokal bereitgestellten Diensten möglich wäre.
Abakus: Rechenkugeln verändern die Lichtstimmung
Die Abakus-Installation übersetzt ein vertrautes mechanisches Prinzip in eine räumliche Lichtgestaltung. Besucherinnen verschieben die Rechenkugeln mit den Händen. Ein Kamerasystem erkennt deren Positionen; die Software überträgt die Veränderungen in eine LED-Visualisierung.
Die LED-Stränge schlängeln sich vom Abakus über den Boden bis zur Decke. Dadurch wirkt die Interaktion weit über das Exponat hinaus: Jede Veränderung der Kugeln verändert die Lichtstimmung im Raum. Ein kleiner haptischer Eingriff hat eine unmittelbar sichtbare, räumliche Wirkung.
Telefonzelle: Ein Wartungsagent ruft an
Auch die Betreuung interaktiver Installationen wird im Solutions Room zum Erlebnis. Sobald ein Personensensor jemanden vor der Telefonzelle erkennt, klingelt das Telefon. Wer den Hörer abnimmt, spricht mit einem KI-basierten Wartungsagenten.
Der Agent erzählt über ein Projekt von Ars Electronica Solutions und lädt zum Gespräch ein. Besucher können nachfragen und sich mit ihm über die Wartung interaktiver Stationen austauschen.
Die Telefonzelle macht damit einen Teil der Arbeit sichtbar, der im Ausstellungsbesuch häufig im Hintergrund bleibt: die technische Betreuung der Installationen nach ihrer Realisierung. Das vertraute Telefon bietet einen einfachen Zugang zu diesem Thema.
Baby Deep Space: Die eigene Zeichnung eröffnet neue Anwendungen
Beim Baby Deep Space beginnt die Interaktion mit einer Zeichnung der Besucher. Eine Scan-Einheit von Garamantis erfasst das Bild. Anschließend analysiert ein KI-Modell die Zeichnung und wählt dazu passende Anwendungen aus dem Deep-Space-Katalog aus.
Die ausgewählten Anwendungen werden auf einem Bildschirm präsentiert. So wird die eigene Idee zum Ausgangspunkt, um die Möglichkeiten immersiver Erlebnisräume zu entdecken.
Ein haptisches Drehrad am Bildschirm ergänzt die Station. Durch Drehen lösen die Besucherinnen ästhetische Visualisierungen aus und erleben einen weiteren unmittelbaren Zusammenhang zwischen physischer Eingabe und digitaler Reaktion.
Von der Konzeptentwicklung bis zur abgestimmten Rauminteraktion
Garamantis entwickelte alle Stationen des Solutions Room mit und verantwortete deren Frontend-Software sowie Software- und KI-Schnittstellen. Besonders bei der Visualisierung des zentralen Agenten bestand großer konzeptioneller und gestalterischer Spielraum.
Eine wesentliche technische Herausforderung war die Abstimmung der digitalen Darstellung auf dem Bildschirm des Roboterarms mit dessen Bewegungen. Gleichzeitig mussten die Inhalte auf der Projektionswand zum Gespräch und zur Inszenierung passen. Aus mehreren einzeln steuerbaren Komponenten sollte eine zusammenhängende Interaktion entstehen.
Das Konzept wurde über mehrere Monate gemeinsam entwickelt. Die anschließende Realisierung dauerte drei Monate. Dabei arbeitete Garamantis eng mit Ars Electronica Solutions, Peak Impact und Petros Kataras zusammen. Die Zusammenarbeit knüpfte an die langjährige Partnerschaft mit Ars Electronica an.
Ein Ausstellungsbereich, der auf seine Besucher eingeht
Ein typischer Rundgang beginnt mit der Begrüßung durch den digitalen Roboterarm und dem Gespräch mit dem zentralen Agenten. Danach verändern die Besucher am Abakus die Lichtstimmung, begegnen dem Wartungsagenten am Telefon und entdecken beim Baby Deep Space passende Anwendungen zu ihrer eigenen Zeichnung.
Der Solutions Room zeigt, wie KI in einen physischen Ausstellungsraum eingebunden werden kann. Gespräche rufen passende Medien auf, haptische Eingaben verändern den Raum und eigene Ideen eröffnen neue Inhalte. Die von Garamantis entwickelte Software verbindet diese unterschiedlichen Zugänge zu einer Ausstellung, die individuell und multimedial auf ihre Besucherinnen und Besucher eingeht.
Fotos: Ars Electronica Solutions
Verwendete Produkte
Multitouch Software
Produkte erkunden, Szenarien verändern und Medien im Raum verbinden: Garamantis entwickelt individuelle Multitouch-Software aus bewährten Bausteinen – mit passenden Schnittstellen und Content Management.
Content-Management-System
Mit dem Garamantis CMS aktualisieren Sie Ihre interaktiven Stationen selbst – zentral im Browser und passend zu Ihren Arbeitsabläufen.


