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Garamantis – Interactive Technologies
13 OKT. 2026

Interactive Digital Signage: Technik, Einsatz und Beispiele

  • Multitouch
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Interactive Digital Signage: Technik, Einsatz und Beispiele

Ein Besucher wählt auf einer Medienwand eine Anwendung aus. Ein Produkt auf einem Multitouch-Tisch öffnet die passenden Informationen. Eine interaktive Karte lässt sich gemeinsam erkunden. In diesen Situationen beeinflussen Menschen unmittelbar, welche digitalen Inhalte erscheinen und wie sie dargestellt werden.

Interactive Digital Signage bezeichnet digitale Informations- und Präsentationssysteme, deren Inhalte sich durch Nutzereingaben beeinflussen lassen. Touchscreens, Gestensteuerung, Objekterkennung oder verbundene mobile Geräte ermöglichen den Wechsel von der allgemeinen Anzeige zur individuellen Erkundung.

Für Showrooms, Unternehmensfoyers und Ausstellungen eröffnet das einen praktischen Vorteil: Eine Installation kann einen verständlichen Überblick bieten und zugleich auf unterschiedliche Interessen eingehen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Inhalten, Bedienung, Software und dem Ort, an dem die Anwendung genutzt wird.

Was unterscheidet Interactive Digital Signage von klassischem Digital Signage?

Als Digital Signage bezeichnet man die Darstellung digitaler Inhalte auf Bildschirmen oder anderen elektronischen Anzeigeflächen. Typische Anwendungsbeispiele sind Informationsscreens im Foyer, digitale Menütafeln oder Veranstaltungshinweise.

Auch klassische Digital-Signage-Systeme können aktuelle Daten anzeigen und ihre Inhalte je nach Uhrzeit, Standort oder anderen Bedingungen wechseln. Wetterinformationen auf einem Display machen die Anwendung jedoch noch nicht interaktiv.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Einflussnahme der Nutzer: Können sie Themen auswählen, eine Darstellung verändern, Varianten vergleichen usw.?

Merkmal

Klassisches Digital Signage

Interactive Digital Signage

Auswahl der Inhalte

Durch Redaktion, Zeitplan oder Datenregeln

Zusätzlich durch Eingaben der Nutzer

Nutzung

Informationen ansehen

Informationen auswählen, untersuchen oder bearbeiten

Ablauf

Vorgegebene oder regelbasierte Ausspielung

Unterschiedliche Wege je nach Auswahl

Beispiel

Bildschirm zeigt aktuelle Unternehmensnachrichten

Besucher wählen Geschäftsbereiche und öffnen passende Anwendungen

Beide Formen lassen sich kombinieren. Eine Installation kann zunächst automatisch Inhalte zeigen und zur Bedienung einladen (Warte-Modus oder Idle-Modus genannt). Sobald jemand interagiert, wechselt sie in die aktive Nutzung. Nach einer angemessenen Zeit ohne Eingabe kehrt sie zum Ausgangszustand zurück.

Wie funktioniert Interactive Digital Signage?

Eine interaktive Anwendung verbindet eine Eingabe mit einer nachvollziehbaren Reaktion. Dafür müssen mehrere Bausteine zusammenarbeiten.

1. Anzeige und PC

Displays, Medienwände, Multitouch-Tische oder Projektionen stellen die Inhalte dar. Ein integrierter PC, Mediaplayer oder eine separate Workstation führt die Anwendung aus.

Die Anforderungen hängen von den Inhalten ab. Eine einfache Themenauswahl benötigt weniger Rechenleistung als ein detailliertes Echtzeit-3D-Modell.

2. Eingabe und Erkennung

Touchsensoren, Kameras oder Näherungssensoren erfassen die Eingabe. Die Anwendung muss erkennen, was die Person tun möchte, und zuverlässig darauf reagieren.

Ein Präsenz-Sensor kann beispielsweise den Einstieg aktivieren. Für die anschließende Themenauswahl ist eine weitere Bedienmöglichkeit erforderlich.

3. Interaktive Software

Die Software bestimmt, was nach einer Eingabe geschieht. Sie öffnet Informationen, verändert Modelle, vergleicht Produkte oder überträgt Inhalte auf eine weitere Bildschirmfläche.

Dabei muss sie auch den Ablauf regeln: Wie gelangt man zurück? Was passiert bei mehreren gleichzeitigen Eingaben? Wie endet die Nutzung?

4. Inhalte und Daten

Texte, Bilder, Videos, Produktinformationen und 3D-Modelle bilden die inhaltliche Grundlage. Schnittstellen können zusätzlich Daten aus anderen Systemen bereitstellen.

Ein Content-Management-System für Showrooms und Ausstellungen ermöglicht die Pflege der dafür vorgesehenen Inhalte. Welche Medien und Strukturen später bearbeitbar sein sollen, gehört bereits in das Konzept.

Wie funktioniert Interactive Digital Signage - Beispiel Samurai Museum Berlin

Welche Interaktionsformen eignen sich?

Die passende Bedienung ergibt sich aus Aufgabe, Zielgruppe und Umgebung. Touch ist häufig leicht verständlich, aber nicht für jede Situation geeignet.

Interaktionsform

Typische Anwendung

Wichtige Planungspunkte

Touch und Multitouch

Themenauswahl, Karten, Produktvergleiche, gemeinsame Präsentationen

Erreichbarkeit, große Bedienelemente und gleichzeitige Nutzung

Gestensteuerung

Bedienung auf Distanz, spielerische Anwendungen

Verständliche Gesten, Erkennungsbereich und sichtbare Rückmeldung

Präsenz- und Näherungssensorik

Aktivierung und Einladung zur Interaktion

Passender Auslösebereich und unaufdringliche Reaktion

Objekterkennung, RFID oder NFC

Produkte und Muster öffnen passende Informationen

Zuverlässige Zuordnung und verständlicher Umgang mit mehreren Objekten

Smartphone und QR-Code

Informationen mitnehmen oder eine Anwendung auf dem eigenen Gerät öffnen

Klarer Übergang, zugängliche Inhalte und Verbindung

Sprache

Suche oder freihändige Bedienung

Akustik, Sprachen und Umgang mit Erkennungsfehlern

Ein QR-Code allein macht eine Anzeige noch nicht interaktiv. Er kann jedoch eine Verbindung zu einer interaktiven Anwendung herstellen.

Augmented Reality ergänzt reale Produkte um digitale Informationen oder Visualisierungen. Sie ist eine Darstellungsform, die ihrerseits unterschiedliche Eingabemethoden nutzen kann.

Wo schafft Interactive Digital Signage einen Mehrwert?

Showrooms: komplexe Produkte gemeinsam erklären

In einem interaktiven Corporate Showroom müssen Präsentierende auf unterschiedliche Fragen eingehen können. Ein Einkaufsverantwortlicher interessiert sich möglicherweise für Einsatzmöglichkeiten; eine technische Delegation möchte Funktionen und Schnittstellen genauer verstehen.

Interaktive Anwendungen ermöglichen einen gemeinsamen Einstieg und frei wählbare Vertiefungen. Gastgeber können relevante Produkte öffnen, Varianten vergleichen und technische Abläufe visualisieren.

Wie diese Inhalte den Kundenbesuch unterstützen, erklärt unser Beitrag Unternehmen präsentieren: Innovation erlebbar machen und Kunden überzeugen.

Unternehmensfoyers: Orientierung und Gesprächseinstiege bieten

Ein Foyer kann Besuchern bereits vor dem Termin einen inhaltlichen Zugang zum Unternehmen geben. Eine interaktive Installation stellt Geschäftsfelder, Technologien oder Anwendungen vor und lässt Gäste eigene Schwerpunkte wählen.

Die Nutzung sollte kurz und ohne Einweisung möglich sein. Wichtig sind ein erkennbarer Einstieg, schnelle Reaktionen und eine einfache Rückkehr zur Übersicht.

Museen und Ausstellungen: unterschiedliche Interessen bedienen

In Museen und interaktiven Ausstellungen können Besucher Sprache, Thema und Informationstiefe auswählen. Ein Exponat bleibt der gemeinsame Bezugspunkt; digitale Inhalte erschließen zusätzliche Zusammenhänge.

So lassen sich beispielsweise historische Dokumente untersuchen, Objektfunktionen erklären oder mehrere Perspektiven auf ein Thema anbieten.

Öffentliche Informationssysteme: konkrete Fragen beantworten

Mithilfe interaktiver Karten und Informationsstationen können Menschen gezielt nach Orten, Angeboten oder Dienstleistungen suchen. Dabei ist vor allem wichtig, dass die gewünschte Antwort schnell gefunden wird.

Außeninstallationen müssen zusätzlichen Anforderungen in Bezug auf Helligkeit, Wetterbeständigkeit und Bedienbarkeit gerecht werden. Zudem sind sie potenziellen Vandalismus ausgesetzt.

Standardsoftware oder individuelle Entwicklung?

Eine Standardplattform kann geeignet sein, wenn wiederkehrende Anforderungen über vorhandene Funktionen abgedeckt werden können, zum Beispiel bei Themenmenüs, Verzeichnissen oder einfachen Katalogen. Auch bei einer sehr großen Anzahl gleicher Terminals/Stationen kann eine komplexe Standardlösung sinnvoll sein. Prüfen Sie dazu die tatsächlichen Interaktionsmöglichkeiten der jeweiligen Software.

Individuelle Entwicklung wird interessant, wenn besondere Abläufe oder technische Verbindungen benötigt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Echtzeit-3D mit projektspezifischen Funktionen,
  • die Verknüpfung realer Produkte mit digitalen Informationen,
  • gemeinsame Bedienung durch mehrere Personen,
  • Inhalte auf mehreren verbundenen Displays,
  • die Ansteuerung von Licht, Audio oder Exponaten,
  • Schnittstellen zu vorhandenen Unternehmenssystemen.

Beide Ansätze können zusammenarbeiten: Ein bestehendes CMS kann Inhalte bereitstellen, während eine individuell entwickelte Anwendung die Interaktion übernimmt.

Eine detaillierte interaktive Produktpräsentation braucht dabei vor allem eine passende inhaltliche Struktur: Welche Informationen helfen beim Vergleich, und welche Darstellung macht die Unterschiede verständlich?

ASFINAG: eine interaktive Karte für Reisende

ASFINAG: eine interaktive Karte für Reisende

Am „Rastplatz der Zukunft“ der ASFINAG verbindet eine 86-Zoll-Outdoor-Wall digitale Information mit Multitouch-Bedienung.

Mehrere Besucher*innen können gleichzeitig eine Nachhaltigkeitskarte erkunden. Ein Echtzeit-3D-Modell veranschaulicht den nachhaltigen Autobahnbetrieb; Wetter- und Verkehrsinformationen ergänzen das Angebot.

Garamantis entwickelte die Multitouch-Software, das 3D-Modell und das zentrale CMS. Das Beispiel zeigt, wie eine öffentliche Informationsfläche sowohl aktuelle Hinweise als auch selbst gewählte Vertiefungen bereitstellen kann.

Panasonic: Technologien im Unternehmensfoyer entdecken

Panasonic: Technologien im Unternehmensfoyer entdecken

Im Corporate Foyer von Panasonic Industrial Devices Europe wählen Besucher*innen Technologien und Services per Touch aus. Die Inhalte führen vom Überblick in die Details und unterstützen erste Gespräche.

Drei 86-Zoll-Displays sind hinter Spiegelglas integriert. Digitale Inhalte erscheinen dadurch scheinbar schwebend; LED- und Soundeffekte ergänzen die Rückmeldung auf Eingaben.

Über das zentrale CMS kann Panasonic Inhalte zielgruppenspezifisch anpassen. Die Installation verbindet somit die räumliche Gestaltung des Empfangs mit einer aktiv nutzbaren Unternehmenspräsentation.

Lingemann: Produkte und Beschaffungsprozesse verbinden

Lingemann: Produkte und Beschaffungsprozesse verbinden

Der Procurement Future Showroom von Lingemann verbindet einen Multitouch-Scanner-Tisch, eine Screenwall, aktive IoT-Produkte sowie Licht und Audio.

Am Tisch können Gastgeber und Gäste Inhalte erkunden und auf die Screenwall übertragen. Ein Konfigurator ermöglicht es, IoT-Lösungen in einer dargestellten Produktionsumgebung zu platzieren.

So werden aus einzelnen Produktinformationen nachvollziehbare Anwendungsszenarien. Der gemeinsame Bezug zur Beschaffung unterstützt das Gespräch über konkrete Kundenaufgaben.

5 Faktoren, die eine gute interaktive Anwendung ausmachen

Die Qualität einer Installation zeigt sich daran, wie verständlich und zuverlässig sie im Alltag genutzt werden kann.

  1. Erkennbarer Einstieg: Besucher*innen sollten erkennen können, dass eine Bedienung möglich ist. Oftmals ist eine konkrete Einladung wie „Wählen Sie Ihre Anwendung“ hilfreicher als eine dekorative Animation.
  2. Unmittelbare Rückmeldung: Jede Eingabe braucht eine erkennbare Reaktion. Bei längeren Ladevorgängen muss sichtbar bleiben, dass das System gerade arbeitet.
  3. Übersichtliche Struktur: Wenige verständliche Auswahlmöglichkeiten erleichtern den Einstieg. Details können anschließend schrittweise geöffnet werden.
  4. Passendes User Interface: Schriftgröße, Betrachtungsabstand, Bedienhöhe und Bewegungsfläche gehören zusammen. Ein Interface sollte am realen Aufbau getestet werden.
  5. Klarer Abschluss: Nach der Nutzung muss die nächste Person einen verständlichen Ausgangszustand vorfinden. Zeitlimits sollten laufende Interaktionen nicht unerwartet abbrechen.

Inhalte, CMS und Betrieb frühzeitig planen

Legen Sie vor der Entwicklung fest, welche Änderungen Ihr Team später selbst vornehmen soll. Häufig sind das Produkttexte, Bilder, Videos, Sprachversionen und Referenzen.

Das CMS organisiert diese Inhalte innerhalb der vorgesehenen Struktur. Neue Bedienabläufe, zusätzliche Schnittstellen oder andere Interaktionsformen können eine Weiterentwicklung der Anwendung erfordern.

Für einen verlässlichen Betrieb sollten außerdem folgende Fragen beantwortet sein:

  • Wer prüft und veröffentlicht neue Inhalte?
  • Welche Medien stehen lokal zur Verfügung?
  • Welche Funktionen benötigen aktuelle Daten oder eine Internetverbindung?
  • Wer betreut Softwareupdates und technische Störungen?
  • Wie wird die Installation gereinigt und gewartet?
  • Was zeigt die Anwendung, wenn eine Datenquelle oder ein Sensor ausfällt?

Zugänglichkeit und Datenerfassung berücksichtigen

Interaktive Inhalte sollten für die vorgesehenen Nutzer gut wahrnehmbar und bedienbar sein. Dazu gehören ausreichende Kontraste, lesbare Texte, Untertitel und Alternativen zu anspruchsvollen Texten. Bei fest installierten Geräten sind zusätzlich die Erreichbarkeit und verfügbare Bewegungsfläche wichtig.

Die WCAG2ICT-Hinweise des W3C erläutern, wie sich Prinzipien der Web Content Accessibility Guidelines auf Software außerhalb des Webs übertragen lassen. Sie bieten fachliche Orientierung; die Anforderungen des konkreten Geräts und Einsatzortes müssen ergänzend betrachtet werden.

Checkliste für Ihr Interactive-Digital-Signage-Projekt

  • Kommunikationsziel und wichtigste Nutzergruppen sind definiert
  • Interaktion löst eine konkrete Informations- oder Präsentationsaufgabe
  • Einstieg, Navigation, Rückmeldung und Abschluss sind beschrieben
  • Hardware und Eingabemethode passen zur Umgebung
  • Inhalte und benötigte Datenquellen sind verfügbar
  • CMS-Funktionen und redaktionelle Zuständigkeiten sind abgestimmt
  • Zugänglichkeit und alternative Bedienwege sind berücksichtigt
  • Datenerfassung und technische Zugriffe sind geklärt
  • Wartung, Support und Betrieb sind geregelt
  • Erfolgskriterien passen zum Zweck der Installation

Garamantis verbindet in der Konzeption und Umsetzung interaktiver Systeme Gestaltung, Softwareentwicklung und technische Integration. Weitere realisierte Projekte zeigen unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten.

Häufige Fragen zu Interactive Digital Signage

Braucht Interactive Digital Signage immer einen Touchscreen?

Nein, auch Gesten, vernetzte Objekte, Sprache oder mobile Geräte können als Eingabemöglichkeiten dienen. Präsenzsensoren eignen sich beispielsweise zur Aktivierung. Für eine gezielte Themenauswahl ist eine passende Bedienmethode erforderlich.

Lassen sich vorhandene Displays nachrüsten?

Dies hängt von Display, PC, Montage und der gewünschten Nutzung ab. Ein vorhandener Bildschirm kann unter Umständen weiterverwendet werden. Ob zusätzliche Sensorik, ein Touch-Overlay oder eine andere Bedienmethode sinnvoll ist, muss am konkreten Aufbau geprüft werden.

Können Unternehmen Inhalte selbst aktualisieren?

Ja, wenn dafür ein CMS und passende Inhaltsstrukturen vorgesehen sind. Welche Texte, Medien und Daten Ihr Team bearbeiten kann, wird im Projekt festgelegt. Änderungen an Funktionen sind davon zu unterscheiden.

Was bestimmt die Kosten?

Wesentliche Faktoren sind Anzahl und Art der Medienflächen, Softwareumfang, Content-Produktion, Sensorik, Schnittstellen und Installation. Hinzu kommen technische Betreuung und laufende Inhaltspflege. Eine belastbare Einschätzung benötigt ein definiertes Nutzungsszenario.

Wie lässt sich der Erfolg bewerten?

Betrachten Sie, ob die vorgesehene Aufgabe gelingt: Finden Besucher Informationen? Können sie Produkte vergleichen? Unterstützt die Anwendung das Gespräch? Nutzungsdaten, Beobachtungen und Rückmeldungen ergänzen sich dabei. Eine lange Verweildauer allein belegt noch keine gute Bedienung.