03
Nov 2017
von Andreas Köster

Interaktive Installationen auf Messen und Ausstellungen – ein Überblick

interaktive Installation im Museum mit Exponaten und Touchscreens

Erfahren Sie, wie interaktive Installationen eine effektive und effiziente Kommunikation von Unternehmen unterstützen und was Sie in der Planung berücksichtigen sollten.

Wurden Sie auf einem Event schon mal von einem interaktiven Tisch angesprochen, der nach Ihrer Visitenkarte gefragt hat? Wer öfters auf Messen oder in Kunstausstellungen unterwegs ist, kann beobachten, dass Organisationen zunehmend digitale interaktive Installationen einsetzen, um mit ihren Zielgruppen zu kommunizieren.

Was ist eine interaktive Installation?

Definition: Eine interaktive Installation ist ein meist digitaler, raumgreifender, ortsgebundener und oft auch orts- oder situationsbezogener Technikaufbau mit kommunikativer oder auch künstlerischer Absicht. Mit Bezug auf die Unternehmenskommunikation sind das beispielsweise Multitouch-Tische, interaktive Vitrinen und interaktive Projektionen

Die Installationen werden dabei nicht mit Eingabemedien wie Maus und Tastatur gesteuert, sondern vielmehr durch intuitive Interaktionsarten wie Bewegungen oder Gesten, mittels Gegenständen oder auch durch die Bewegung der Benutzer*innen im Raum. Interaktiv bedeutet dabei, dass der Benutzer kein passiver Betrachter ist, sondern über Sensorik direkten Einfluss auf die Installation nimmt und direktes Feedback erhält.

interaktives Exponat zu Meerestieren im Deck 50

interaktive Installation zum Thema Meerestiere im Museum

Interaktive Tische mit Multitouch-Technologie

Ein Beispiel für eine häufig genutzte interaktive Installation ist ein Multitouch-Tisch. Er vereint durch seine Bauweise tradierte Grundsätze eines zentralen Nutz- bzw. Arbeitsmöbels mit modernen Interaktionsarten von Touch-Gesten auf seiner Multitouch-Oberfläche. Ein Multitouch-Tisch ist grundsätzlich auch eine Multi-User Installation, da er bis zu 80 parallele Touch-Eingaben auf seiner Oberfläche verarbeiten kann. Benutzer*innen können Inhalte wie Bilder, Texte, Videos und 3D-Modelle betrachten, frei auf der Oberfläche bewegen, verändern und aktivieren. Objekterkennungs-Module steigern die Interaktivität der Touchscreen-Oberfläche nochmals. Dabei interagieren Benutzer*innen über Gegenstände wie Produktproben, Papierkarten oder haptischen Markern mit dem Tisch. Spiele oder spielerische Ansätze der Präsentation („Gamification“) erhöhen den Spaß bei der Benutzung zusätzlich. Multimediale Elemente wie Beleuchtung und Soundeffekte sprechen weitere Sinne an und verstärken den Gesamteindruck einer spielerischen interaktiven Installation.

Produkt-Konfiguration auf Multitouch-Tisch mit kapazitiven Markern

Objekterkennung auf Multitouch-Tisch mit kapazitiven Markern

Beispiele für interaktive Installationen

Wie nutzen Unternehmen die Vielzahl an Möglichkeiten konkret auf Messen und Ausstellungen? Zunächst sind interaktive Installationen häufig ein Eyecatcher mit einer gewissen Fernwirkung. Das heißt, sie unterstützen durch ihre äußere Erscheinung die Fernwirkung und Attraktivität des Standes für Besucher*innen. Eine Betreuung durch das Standpersonal kann der Multitouch-Tisch teilweise ersetzen, indem er Besucher*innen eigenständig begrüßt (visuell und auditiv) und ihm proaktiv verschiedene Themen und Inhalte anbietet. Ein Objekterkennungs-Modul gibt dem Besucher beispielsweise multimediale Informationen zu dem Produkt, das er auf den interaktiven Tisch legt. Hier erfolgt eine Verknüpfung von analog und digital, die einen gewissen Überraschungseffekt für den Besucher bietet. Der Tisch kann Besucher*innen auch um die Visitenkarte bitten, die per Kamera erfasst und digital auf dem Tisch abgebildet wird. Der Besucher kann sich mit seiner digitalen Visitenkarte anschließend für einen Newsletter anmelden oder auch an einem Gewinnspiel teilnehmen. Unternehmen erreichen so klassische Messe-Ziele wie die Generierung von Kontakten.

Objekterkennung mit RFID Technologie am Multitouch-Scanner-Tisch

Objekterkennung mit RFID Technologie am Multitouch-Tisch auf einer Messe

Nutzen von interaktiven Installationen

Der Multitouch-Tisch ist ein Beispiel dafür, wie es gelingen kann, Messe-Besucher*innen aufmerksam zu machen, sie für bestimmte Inhalte zu interessieren und zu einer aktiven Beteiligung einzuladen. Die kommunikative Botschaft erreicht sie also nicht nur, sondern sie verknüpfen und verinnerlichen sie mit einem positiven Erlebnis.

Im Vergleich zu einem klassischen Messestand mit ausschließlich analogen bzw. passiven Medien können interaktive Installationen ein innovatives und spielerisches Standkonzept realisieren – teilweise sogar mit weniger Betreuungsbedarf durch Standpersonal.

Interaktive Installationen sprechen Besucher*innen besonders an, weil diese die Inhalte selbst wählen und beeinflussen können. Das Unternehmen hinterlegt digital genau die Inhalte, die die kommunikativen Ziele optimal vermitteln. Je besser und intuitiver die Benutzerführung sowie die spielerische Aufbereitung gelingen (“Usability”), desto mehr Spaß macht es.

Multitouch-Wall mit 12 Screens: interaktive Weltkugel der Reference Wall

Multitouch-Wall mit 12 Screens am Messestand

Nachteile von interaktiven Installationen

Die Möglichkeiten moderner Technologien auf Messen und Ausstellungen sollte man gegen Kosten und eventuelle Nachteile abwägen. Dazu gehört, dass eine interaktive Installation in der Beratung bzw. dem Verkauf niemals die Qualität einer persönlichen Kommunikation erreichen kann. Sie kann diese jedoch zielgerichtet unterstützen. Beispielsweise in Form einer digitalen Präsentation, durch die das Standpersonal Besucher*innen führt und an der entlang das Gespräch geleitet wird.

Auch kann ein Technikaufbau allein niemals eine gute Kommunikationsplanung ersetzen. Vielmehr muss die Installation besonders umfassend in die bestehende Kommunikation am Messestand integriert werden. Das fällt teilweise den Unternehmen schwer, die bislang wenig Erfahrung mit interaktiven Präsentationsformen haben. Sie sollten sich vorab beraten und unterstützen lassen.

Einige Unternehmen lassen sich durch die vergleichsweise hohe Investition für eine interaktive Installation abschrecken. Dabei ist diese mittelfristig oft besonders ökonomisch: Die Hardware kann über mehrere Jahre genutzt werden. Eine hohe Flexibilität bietet dabei ein Content-Management-System, das das Unternehmen selbst pflegt und so den unterschiedlichen Zielgruppen und Anlässen flexibel anpasst.

Interaktive Installationen nach individuellem Konzept

Eine gute Planung und Integration vorausgesetzt, stellt eine interaktive Installation ein effektives und effizientes Kommunikationsmittel für Unternehmen dar. Es hat das Potenzial, Besucher*innen zu aktiven Benutzer*innen zu machen und sie für die Inhalte des eigenen Unternehmens zu begeistern. 

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