27
Apr 2021

Interaktive Wände – für jeden Einsatz die richtige Technik

interaktive Wand mit Multitouch-Bildschirm, Projektion und Vitrine

Interaktive Wände kommen in immer mehr Ausstellungen, Showrooms, auf Messeständen oder am Point-of-Sale zum Einsatz. Sie haben im besten Fall eine hohe Fernwirkung, informieren und machen Spaß durch spielerische Interaktion. Dabei sind sie noch platzsparend im Raum und machen optisch einiges her. Klar, dass Unternehmen die Vorteile von interaktiven Wänden für sich nutzen möchten. Damit bei der Realisierung nichts vor die Wand fährt, haben wir bei Garamantis einige konzeptionelle Hinweise und Tipps aus unserer Erfahrung mit interaktiven Wandinstallationen zusammengetragen.

 

4 Technologien für interaktiven Wände

Eine interaktive Wand kann auf unterschiedliche Art und Weise gestaltet sein. Von analogen Elementen mit Produkten und Vitrinen, bis hin zu vollflächigen Multitouch-Videowalls. Daher zunächst ein Überblick über die interaktive Technik und ihren Nutzen.

1. LED-Wände

Interaktive Wände mit LED-Technologie haben die höchste Leuchtkraft und somit die beste Fernwirkung. Selbst in großen, hellen Messehallen strahlen sie weithin gut sichtbar. Nachteile sind die geringe Pixeldichte (pixel pitch), problematisch bei geringem Betrachtungsabstand, sowie die hohen Kosten pro Quadratmeter. LED-Wände eignen sich also als Anziehungspunkt, jedoch weniger für die eigentliche Interaktion. Direkt davor ist es einfach zu hell und “pixelig”. Für die Interaktion eignen sich Personensensoren, Tiefenkameras oder Lidar-Laser. Hier ein LED-Konfigurator von Samsung, mit dem Sie etwas herumspielen können.

 

2. einzelne Multitouch-Displays

Kapazitive Multitouch-Bildschirme eignen sich nicht nur für Multitouch-Tische sondern auch für die Wandmontage. Sie sind mit Blick auf die (Touch-)Interaktion am besten geeignet. Der im Display integrierte kapazitive Sensor erlaubt eine präzise und robuste Touch-Erkennung. Benutzer*innen navigieren sich mühelos durch Inhalte und kommen in den Genuss hoher Auflösungen (4K) bei guter Leuchtkraft. Nachteil: Multitouch-Displays haben einen Rahmen von mehreren Zentimetern Breite. Sie können daher nur einzeln und nicht bündig im Raster (grid) verbaut werden. Die gängigen Größen enden bei 65-Zoll, das entspricht 165 cm Bildschirmdiagonale und ist für sich genommen noch keine “Wall”. Teilweise sind Spezifikationen bis 98-Zoll (249 cm Diagonale) verfügbar. Preisgünstige Displays (kein 24/7) gibt es beispielsweise beim japanischen Hersteller iiyama.

interaktive Messewand mit eingelassenen Multitouch-Screens und rundem Monitor

 

3. Multitouch Videowalls

Auch Touchwall oder Touch-Videowand genannt. Bestehen aus einem Raster (grid) passiver Displays mit minimalem Rahmen (“bezel free”). Durch Aneinanderreihung von Bildschirmen unterschiedlicher Größen und Ausrichtungen können Wandflächen mit unterschiedlichen Abmessungen und Seitenverhältnissen zusammengebaut werden. Der interaktive Sensor wird hier nachträglich “angebaut”, beispielsweise in Form eines Infrarot-Rahmens oder eines Laser-Vorhangs knapp vor den Displays. Die Finger der Benutzer*innen durchbrechen diese unsichtbare Licht-Ebene und lösen somit den Touch aus. Ergebnis sind eine hohe Leuchtkraft, gute Präzision und gute Interaktivität. Leider ist die Hardware auf die Fläche gesehen ebenfalls kostspielig. Hier ein Videowall Konfigurator von Sharp/NEC (exklusive der Touch-Sensorik).

Kunden vor der interaktiven Shopping Wall

 

4. Interaktive Wand-Projektionen

Wandprojektionen, die auf Berührungen (touch) der Benutzer*innen reagieren sind eine weitere Möglichkeit, größere Flächen interaktiv zu gestalten. Bei geschickter Auswahl der Hardware, können somit großflächige interaktive Wände entstehen. Ein besonderer Überraschungsmoment entsteht durch die exakte Abstimmung der Projektion auf analoge bzw. haptische Elemente der Wand (projection mapping). Schwierig wird es hier bei besonders hellen Umgebungen, in denen teure Projektoren mit sehr hoher Lichtleistung (angegeben in ANSI-Lumen) erforderlich sind. Hier eine Faustformel zur Berechnung der benötigten Lichtleistung.

Interaktive Wand-Projektion kombiniert eine Print-Fläche mit Multitouch und animierten Szenen

 

Kombination verschiedener Technologien für eine interaktive Wand – der Königsweg?

Der Projekterfolg bei interaktiven Wänden steht und fällt in unserer Erfahrung mit dem Konzept. Sie sollten sich zuerst fragen, welchen Effekt Sie für welche Zielgruppe in welcher Umgebung erzielen möchten. Beispiele:

  • Besucher aufmerksam machen und an den Messestand locken
  • Präsentationsfläche für Gruppen in einem Showroom
  • Eigenständiges Erkunden von Ausstellungs-Inhalten durch die Besucher*innen
  • Vermittlung von Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens durch Mitarbeiter*innen

Die gute Nachricht: Sie müssen sich in der Regel nicht auf eine einzige Technologie beschränken. Oft macht eine Kombination Sinn und kann dazu noch Budget bei der Hardware einsparen.

Beispiel: In einem Showroom soll eine Wand von 5 Metern Breite und 3 Metern Höhe interaktiv gestaltet werden. Für eine stimmungsvolle Einbettung der Wand sorgt ein LED-Rahmen. Großflächige Animationen und Videos sind auf die Wand projiziert, mit Bezug auf analoge Gestaltung in Form von Prints und real ausgestellten Produkten. Einzelne Inhalte wandern von der Projektion lückenlos auf mehrere eingelassene Multitouch-Displays und können dort weiter vertieft werden. In diesem Beispiel kommt keine flächige Multitouch Videowall zum Einsatz, wodurch die Hardware-Kosten deutlich sinken. Zusammen mit einem guten Konzept wird diese Art von Technologie-Mix an einer interaktiven Wand zu einem einzigartigen Erlebnis für Ihre Zielgruppen.

 

Tipps für die Planung interaktiver Wände

  • So wenige PCs wie nötig: Die Anzahl der PCs für Steuerung und Bespielung sollte so gering wie möglich gehalten werden. Im Optimalfall gibt es nur einen einzigen PC, der die gesamte Wand bespielt. Das spart Hardware-Kosten und administrativen Aufwand.
  • So interaktiv wie möglich: Die Kombination unterschiedlicher Sensoren erhöht die Interaktivität. Eine Kamera oder ein Personensensor kann Besucher*innen bereits auf mehrere Meter detektieren und die Wand reagieren lassen. Im Nahbereich erfolgt die Interaktion dann mittels Touch oder Gestensteuerung.
  • So flexibel wie möglich: Über ein Content-Management-System sollten neue Themen und Inhalte einfach integrierbar sein. Mit wenig Aufwand passen Sie die Wand an jede Messe und neue Produkte an.
  • Nur so teuer wie nötig: In der Konzeptphase werden nicht nur die Weichen für den Erfolg gestellt, sondern auch die Kosten für das Projekt definiert. Je klarer das Ziel und die Anforderungen, desto besser können Sie die Hardware auswählen.
  • So beeindruckend wie möglich: Wichtiger als die Hardware sind die Inhalte der interaktiven Wand – im Wesentlichen die Software. Mit gutem Konzept und einer individuellen Software die Spaß macht, kann auch eine kleine Wand eine großartige Wirkung entfalten.

Eine interaktive Wand für Ihr Unternehmen?

Wir beraten Sie gerne unverbindlich und kostenlos zu den Möglichkeiten und dem Nutzen für Ihr Unternehmen. Wir sagen Ihnen, mit welchen Technologien Sie Ihre Ziele erreichen können und was das in etwa kosten würde. Wir freuen uns über Ihre Nachricht!

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